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Profil

 

Prof. Dr. Angelika Poferl

Lehrstuhl für allgemeine Soziologie

mit den Schwerpunkten Theorien der Moderne, Wissenssoziologie, Mikrosoziologie, Qualitative und Interpretative Sozialforschung

 

Profil

Reflexive Modernisierung und die Kosmopolitik des Sozialen

 

Die Geschichte der Moderne ist eine gebrochene Geschichte. Die Versprechen der Aufklärung auf Freiheit, Gleichheit, Solidarität sind in vieler Hinsicht nicht erfüllt, die Moderne ist ein unvollständiges Projekt geblieben. Unter den Bedingungen von Individualisierung, Globalisierung sowie angesichts weltweit erfahrbarer Risiken und Problemlagen finden zugleich Prozesse einer Kosmopolitik des Sozialen statt, durch die sich neue Denk- und Handlungsspielräume eröffnen. Sie umfassen die Einbeziehung des zuvor Ausgeschlossenen in den Kontext der je eigenen Lebens- und Alltagswelt und lösen etablierte, institutionell und kulturell stabilisierte Unterscheidungen auf.

Das Arbeitsprogramm des Lehrstuhls wendet sich – anknüpfend an wissenssoziologische, modernisierungstheoretische und mikrosoziologische Zugänge – einer solchen Transformation und Verwandlung der Moderne auf der Ebene von Subjektkonstruktionen, Erfahrungsräumen und Existenzweisen zu. Untersucht werden Veränderungen symbolischer Ordnung in gesellschaftlichen Zusammenhängen und deren Folgen für Wissen und soziales Handeln. Von besonderem Interesse sind die Differenzierungen und Grenzverschiebungen innerhalb der humanen (auf ‚den‘ Menschen bezogenen) und zur nicht-humanen Welt (Natur, Dinge). Das Interesse gilt darüber hinaus der Frage der diskursiven und praktischen Genese von Wissen über die Welt, was sowohl Alltagswissen als auch wissenschaftliches Wissen umfasst.

 Damit verbundene, aktuell verfolgte Forschungsthemen beziehen sich z.B. auf die Konstitution und Konstruktion des Menschen als Menschenrechts- und Menschenwürdesubjekt, auf Geschlechterverhältnisse, Naturverhältnisse, neue Formen der Solidarität und Vergemeinschaftung und auf die Entwicklung von (wissenschaftlichen und gesellschaftlichen) Wissenskulturen.

 

Dortmund, Januar 2020