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Forschung

Prof. Dr. Angelika Poferl

Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Kosmopolitische Moderne.
Subjektkonstruktionen – Erfahrungsräume – Existenzweisen

 

Die Geschichte der Moderne ist eine gebrochene Geschichte. Die Versprechen der Aufklärung auf Freiheit, Gleichheit, Solidarität sind in vieler Hinsicht nicht erfüllt, die Moderne ist ein unvollständiges Projekt geblieben. Unter den Bedingungen von Individualisierung, Globalisierung sowie angesichts weltweit erfahrbarer Risiken und Problemlagen finden zugleich Prozesse einer Kosmopolitisierung des Sozialen statt, durch die sich neue Denk- und Handlungsspielräume eröffnen. Sie umfassen die Einbeziehung des zuvor Ausgeschlossenen in den Kontext des je ‚eigenen Lebens‘ und damit die Erosion und Aufhebung institutionell und kulturell stabilisierter Unterscheidungen.

Das Arbeitsprogramm des Lehrstuhls wendet sich – anknüpfend an wissenssoziologische, mikrosoziologische und modernisierungstheoretische Zugänge – einer solchen Transformation und Verwandlung der Moderne auf der Ebene von Subjektkonstruktionen, Erfahrungsräumen und Existenzweisen zu. Untersucht werden Veränderungen symbolischer Ordnung in gesellschaftlichen Zusammenhängen und deren Folgen für Wissen und soziales Handeln. Von besonderem Interesse sind die Differenzierungen und Grenzverschiebungen innerhalb der humanen (auf ‚den‘ Menschen bezogenen) und zur nicht-humanen Welt (Natur, Dinge). Das Interesse gilt darüber hinaus der Frage der diskursiven und praktischen Genese von Wissen über die Welt, was sowohl Alltagswissen als auch wissenschaftliches Wissen umfasst.

Damit verbundene, aktuell verfolgte Forschungsthemen beziehen sich z.B. auf die Konstitution und Konstruktion des Menschen als Menschenrechts- und Menschenwürdesubjekt, auf neue Formen der Solidarität und Vergemeinschaftung und auf die Entwicklung von (wissenschaftlichen und gesellschaftlichen) Wissenskulturen.

 

Dortmund, Januar 2019

 

Abgeschlossene Projekte

Soziologische Wissenskulturen. Die Entwicklung qualitativer Sozialforschung in der deutschen und französischen Soziologie seit den 1960er Jahren

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte und am Centre for Intercultural and European Studies (CINTEUS) angesiedelte Projekt untersucht in vergleichender Perspektive die Entwicklung qualitativer Sozialforschung in der deutschen und französischen Soziologie seit den 1960er Jahren. Es zielt damit auf differenzierte empirische Erkenntnisse über Dynamiken nationaler Wissenskulturen des soziologischen Forschens. Die Annahme ist, dass es keinen gemeinsamen ‚Fluchtpunkt’ der Entwicklungen qualitativer Forschung gibt, sondern die bestehenden Differenzen in spezifischer Weise fortgeschrieben werden. Konzeptionell und methodisch knüpft das Projekt an den Begriff der Wissenskulturen und den Ansatz der Wissenssoziologischen Diskursanalyse an, das empirische Material besteht aus Literaturanalysen und Expertengesprächen mit Protagonisten qualitativer Sozialforschung in Deutschland und Frankreich an.

Projektleitung: Prof. Dr. Angelika Poferl, Hochschule Fulda; Prof. Dr. Reiner Keller, Universität Augsburg. Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen: Dipl.Soz. Maya Halatcheva-Trapp, Dr. Oliver Kiefl, Dr. Denisa Butnaru; Januar 2012 bis März 2014.

Zu projektbezogenen Veröffentlichungen siehe Publikationen.

 

Beteiligung an geförderten Projekten und Antragstellungen

„Mehrdeutige Zuschreibungen Zur sozial-ökologischen Transformation der Dingkultur in einer globalisierten Alltagswelt“, Projektleitung: Prof. Dr. Angelika Poferl. Teilprojekt des Gesamtantrags „Die Mehrdeutigkeiten von Dingen des Alltags: Spiegel einer Reflexiven Moderne?“, Projektleitung. Dr. Helga Pelizäus-Hoffmeister, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Fördermaßnahme: Geistes- und Sozialwissenschaften, Förderbereich: Die Sprache der Objekte, 3. Ausschreibungsrunde, eingereicht September 2017.

Graduiertenkolleg „Soziale Menschenrechte“. Gemeinsames Graduiertenkolleg der Universität Kassel und der Hochschule Fulda, Co-Antragstellerin (mit Prof. Dr. Christoph Scherrer, Prof. Dr. Wolfgang Platzer, JProf. Minou Banafsche u.a.), Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, seit Oktober 2016.

„Soziologische Wissenskulturen. Die Entwicklung qualitativer Sozialforschung in der deutschen und französischen Soziologie seit den 1960er Jahren“ (Deutsche Forschungsgemeinschaft; Projektleitung: Prof. Dr. Reiner Keller, Universität Augsburg, Prof. Dr. Angelika Poferl, Hochschule Fulda), Januar 2012 bis März 2014.

„Menschenrechte, Verwundbarkeit und soziale Ungleichheit“, Förderung zur Projektvorbereitung im Rahmen des Centre for Intercultural Communication and European Studies (CINTEUS) der Hochschule Fulda.

Sonderforschungsbereich 536 "Reflexive Modernisierung. Analysen zur Transformation der industriellen Moderne" (Deutsche Forschungsgemeinschaft; Sprecher: Prof. Dr. Ulrich Beck, Ludwig-Maximilians-Universität München), 1999-2009; Grundausstattung im Projekt C7 „Europäisierung nationaler Erinnerungsräume“, 2005-2009.

„Arbeit, Gender, Technik – Koordinaten (post-)industrieller Modernisierung.“ Antrag auf Verlängerung des Promotionskollegs der Hans-Böckler-Stiftung (Mitantragstellerin; mit Prof. Dr. Wolfgang Bonß, Universität der Bundeswehr Neubiberg, u.a.), 2009.

„Soziale Determinanten des Umweltbewusstseins“ (Umweltbundesamt; Projektleitung: PD Dr. Karl-Werner Brand, Technische Universität München/Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V.), 1994-1996.

“Framing and Communicating Environmental Issues in Europe” (Commission of the European Communities/ European University Institute; Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Eder, European University Institute), 1992-1995.

„Ökologische Kommunikation in Deutschland“ (Deutsche Forschungsgemeinschaft; Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Eder, European University Institute/ Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V.), 1992-1995.

„Soziale Problemlagen von Frauen im Prozess der europäischen Einigung“ (Robert-Bosch-Stiftung; Projektleitung: Prof. Dr. Walter Hornstein, Universität der Bundeswehr Neubiberg), 1991-1992.

„Arbeitslosigkeit in der Dienstleistungsgesellschaft“ (Deutsche Forschungsgemeinschaft; Projektleitung: PD Dr. Wolfgang Bonß, Prof. Dr. Klaus Eder, Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V.), 1989-1992.