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In der gegenwärtigen Zeit haben Migrationsprozesse eine hohe Bedeutung erlangt. Die Gründe, konkreten Muster und Folgen der grenzüberschreitenden Mobilität sind vielfältig und ebenso vielfältig sind die Menschen, die grenzüberschreitend wandern. So gehört für viele Studentinnen und Studenten ein Auslandsaufenthalt zu einem erfolgreichen Lebenslauf dazu. Andere wandern, um einen besseren Arbeitsplatz zu finden oder weil sie in ihren Herkunftsländern von Armut oder Verfolgung bedroht sind. Alle diese unterschiedlichen Migrationsprozesse sind untrennbar mit sozialen Ungleichheiten verbunden. Einerseits sind sie ein mächtiges Symbol globaler Ungleichheit und für viele Menschen ein wichtiges Mittel, um ihre Lebenschancen zu verbessern. Andererseits können Migrationsprozesse auch Ungleichheiten verstärken, zum Beispiel die Ungleichheiten zwischen den Herkunftsregionen oder zwischen denen die migriert sind und denen die vor Ort bleiben (müssen). Gleichzeitig zeigt sich auch, dass Migration ein riskantes Unterfangen sein kann, von dem nicht alle gleichermaßen profitieren oder ihre Lebenschancen in der erhofften Weise verbessern können. Schließlich könen gesellschaftliche Erwartungen, dass eine Migration von Vorteil ist, zum Beispiel als Teil des Studiums, auch Druck ausüben auf Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen ihren Wohnort nicht verlassen möchten.

Die Lehr-und Forschungseinheit Migrationssoziologie beschäftigt sich in diesem Kontext mit folgenden Fragen: Warum migrieren manche Menschen und andere nicht? Was erwarten sich Menschen von ihrer Migration? Unter welchen Umständen und wer kann die Erwartungen an die Migration erfüllen? Wie halten Migrantinnen und Migranten ihre Kontakte zu Familie und Freunden aufrecht und welche Bedeutung haben diese Kontakte für ihr Leben? Wer kann, muss oder darf nicht migrieren?

Diese und weitere Fragen bearbeitet die Lehr-und Forschungseinheit Migrationssoziologie vor allen Dingen aus kultur- und ungleichheitssoziologischen Perspektiven. Eine kultursoziologische Perspektive hebt die kulturelle Bedingtheit jeglichen sozialen Lebens hevor und versteht soziales Handeln  damit als angeleitet von Symbolen, kollektiv geteilten Überzeugungen, Narrativen und "Stories", die es gleichermaßen hervorbringt. Diese kulturellen Symbole sind ungleichheitsrelevant, weil sie  Handeln von Menschen ermöglichen und begrenzen und  damit unterschiedliche Gestaltungs- Interaktions- und Handlungsspielräume definieren, die Menschen aufgrund ihrer  Position in der Sozialstruktur und in sozialen Beziehungen haben. Bei der Analyse dieser Positionen überwiegt eine transnationale Perspektive. Diese stellt die Beziehungen, symbolischen Bindungen und Kommunikationen von Personen zu mehreren Ländern (oft Ankunfts-und Herkunftsland) in den Vordergrund und betrachtet Migration dementsprechend nicht vornehmlich aus der Perspektive des Einwanderungslandes.