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Szenen – Ein prototypisches Feld zur (Neu-)Verhandlung von Geschlechterarrangements?

Ungeachtet ihrer sozialen Herkunft können Individuen an Szenen partizipieren, das heißt ihre Teilhabe ist mit ihrem Fokus auf das jeweilige Szenethema begründet (thematische Fokussierung). Teilhabepositionierungen resultieren aus ihren szenerelevanten Fertigkeiten und ihrem Engagement für das Szenethema. Szenen stellen dergestalt idealiter Handlungsräume dar, in denen die soziale Herkunft kein Zugangskriterium ist und in denen sich Individuen 'verwirklichen' können, jedoch ohne umfängliche Verpflichtungen eingehen zu müssen. Ob bei Teilhabepositionen auch dem Geschlecht keine Relevanz zugeschrieben wird (oder ob Geschlecht doch – irgendwie – relevant gesetzt wird) und ob im Zuge dessen Szenen als prototypisches Feld für (Neu-)Verhandlungen von Geschlechterarrangements verstanden werden können, soll am Beispiel von drei Szenen (Rockabilly, Visual Kei und Sportklettern) exploriert werden.

Die zu untersuchenden Szenen unterscheiden sich darin, (1) inwieweit in ihnen tradierte Muster reproduziert oder Geschlechtergrenzen transzendiert werden, (2) ob Geschlecht als bedeutungslos für die Szenenzugehörigkeit gesehen wird oder ob eine klare männliche bzw. weibliche Konnotierung der Szene vorliegt und (3) ob Geschlecht ein explizites Szenethema ist oder ob eine implizite Neuverhandlung von Geschlechterarrangements stattfindet. Auf der Basis von Gruppendiskussionen sollen die szenetypischen Geschlechtsorientierungen und Geschlechterarrangements rekonstruiert werden. In biographisch-narrativen Einzelinterviews mit ausgewählten Mitgliedern der Diskussionsgruppen soll darüber hinaus das Enaktierungspotential szenetypischer Orientierungen außerhalb des Szenekontexts erkundet werden, d.h. ob und in welchem Maße das szeneinterne Geschlechterarrangement mit dem Alltagshandeln der Szenegängerinnen und Szenegänger vermittelt ist.

 

Kurzinformation über das Projekt

  • Projektlaufzeit: 01.09.2015 - 31.08.2018
  • Projektleitung: Prof. Dr. Michael Meuser, AOR Dr. Arne Niederbacher
  • Projektmitarbeiterinnen: Babette Kirchner, Julia Wustmann
  • Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft