Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Sie sind hier:

Hauptinhalt

Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Mittel-Projekt 2

Handlungsstrategien einer ‚verunsicherten‘ Mitte der Gesellschaft.
Ein Kohortenvergleich.

In dem Forschungsprojekt wurde der Frage nachgegangen, inwiefern die Krisendiagnose einer zunehmend verunsicherten Mittelschicht zutrifft. Danach ist die Mittelschicht trotz ihrer ökonomischen und Bildungsressourcen weniger als noch Jahrzehnte zuvor geschützt vor prekären Lebensbedingungen; der Statuserhalt (auch eigener Kinder) erscheint weniger selbstverständlich angesichts Entwicklungen wie der Deregulierung der Erwerbsarbeit und dem Umbau des Wohlfahrtsstaats. Durch zwei methodische Zugänge – eine Sekundäranalyse (SOEP) und offene Interviews mit zwei Berufsgruppen – wurde untersucht, wie unsicher sich qualifizierte Erwerbstätige in der Mittelschicht fühlen und was Menschen konkret tun, um Unsicherheiten zu begegnen. Bekämpfen sie diese mit allen Mitteln, oder gewinnen Bastelbiographien an Normalität?
 
Kurzinformationen über das Projekt
 
Titel
Handlungsstrategien einer ‚verunsicherten‘ Mitte der Gesellschaft.
Ein Kohortenvergleich.
 
Laufzeit
September 2011 bis März 2014 (24 Monate)
 
Gefördert durch
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
 
Projektteam
  • Prof. Dr. Nicole Burzan
  • M.A. Silke Kohrs
  • M.A. Ivonne Küsters

Die_Mitte_der_Gesellschaft

 
Ausgewählte Publikationen

 

  • Burzan, Nicole; Kohrs, Silke; Küsters, Ivonne (2014): Die Mitte der Gesellschaft: Sicherer als erwartet? Beltz/Juventa. mehr...
  • Wissen Methode GeschlechtBurzan, Nicole (2014): Unsichere Zukunftsperspektiven in der Mittelschicht? – Methodische Überlegungen und ausgewählte Befunde. In: Behnke, Cornelia; Lengersdorf; Diana; Scholz, Sylka (Hg.): Wissen – Methode – Geschlecht: Erfassen des fraglos Gegebenen, Wiesbaden: Springer VS, 175-188.
  • Burzan, Nicole; Kohrs, Silke (2012): Vielfältige Verunsicherung in der Mittelschicht – eine Herausforderung für sozialen Zusammenhalt? In: Pries, Ludger (Hg.): Zusammenhalt durch Vielfalt? Bindungskräfte der Vergesellschaftung im 21. Jahrhundert, Wiesbaden: VS, 101-119.

Zusammenhalt durch Vielfalt

Vorträge
  • Burzan/Kohrs: "Haltungen und Handlungsstrategien einer (verunsicherten?) Mittelschicht", Kolloquium an der Universität Duisburg-Essen, Duisburg, 13. Mai 2015.
  • Kohrs: "Different questions - different methods: Two examples of studies about the German Middle Classes using mixed methods approaches." Vortrag auf der internationalen Konferenz “Beyond methodological dualism – Combining qualitative and quantitative data”, Bielefeld University, Center for Interdisciplinary Research (ZIF) February 09-10, 2015.
  • Burzan: "Bedenke das Ende" - Ein Plädoyer für den Blick auf das Erkenntnisziel im Zuge reflektierter Datenkombinationen. Sektion Methoden der Qualitativen Sozialforschung im Rahmen des DGS-Soziologiekongresses in Trier, 09. Oktober 2014.
  • Burzan: „Geht der Mittelschicht die Zukunft aus? Bedingungen und Konsequenzen von Zeitorientierungen im Wandel“, Plenumsvortrag (Plenum 7) im Rahmen des DGS-Soziologiekongresses in Trier, 07. Oktober 2014.      
  • Kohrs: „Krisenzeiten in der Mittelschicht: Wertevermittlung im Wandel?“, Vortrag (Sektion ‚Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse’) im Rahmen des DGS-Soziologiekongresses in Trier, 07. Oktober 2014.
  • Burzan: Kolloquiumsvortrag zum Mittelschicht-Projekt am SOFI Göttingen, Juli 2014. 
  • Burzan: „Strategien und Dynamiken des Statuserhalts in der Mitte der Gesellschaft“ im Rahmen der Tagung der Sektion „Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse“: Dynamiken sozialer Ungleichheit, Berlin, April 2014.
  • Küsters: „Mehr Sicherheit als Verunsicherung. Qualitative Ergebnisse aus dem DFG-Projekt ‚Handlungsstrategien einer >verunsicherten< Mitte der Gesellschaft‘“, im Rahmen des EMPAS-Kolloquiums an der Universität Bremen, Januar 2014.
  • Burzan/Kohrs/Küsters: „Unsicherheit in der Mitte der Gesellschaft – Befunde aus einem Mixed-Methods-Projekt“; im Rahmen des Dortmunder Soziologiekolloquiums, Dezember 2013.
  • Kohrs: „Reproduzierungsprozesse sozialer Ungleichheit: Bildungsaspirationen und weitere Statuserhaltungsstrategien von Eltern in der Mittelschicht“, Vortrag im Rahmen der Tagung „Doing Inequality – Empirische Perspektiven auf Prozesse sozialer Ungleichheit“, in Kooperation mit der Sektion "Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse" der DGS, Universität Hamburg, Oktober 2013.
  • Kohrs: „Subjektives Wohlbefinden in der Krise am Beispiel der Mittelschicht in Deutschland". Vortrag im Rahmen der Tagung "Subjektives Wohlbefinden in der Lebensqualitätsforschung. Ereignisse vor dem Hintergrund einer neu belebten Diskussion“ der Sektion Soziale Indikatoren der DGS, Wissenschaftszentrum Berlin, September 2013.
  • Burzan: Einführung zum Workshop „Unsicherheit und Abstiegsängste – Wie reagiert die Mittelschicht auf die Krise? Empirische Analysen von Handlungsstrategien“; im Rahmen des SGS-Kongresses in Bern, Juni 2013.
  • Kohrs/Küsters: „Unsicher fühlen und unsicher handeln? Eine quantitativ-qualitative Perspektive auf die Mittelschicht". Vortrag im Rahmen des Kongresses "Ungleichheit und Integration in der Krise“ der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie, Universität Bern, Juni 2013.
  • Kohrs: „Spaltet sich die Mitte der Gesellschaft?“ Vortrag im Rahmen der Sektionstagung „Die gespaltene Gesellschaft - Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf alte und neue soziale Ungleichheiten“, Universität Linz, Dezember 2012.
  • Burzan: „Ist Zukunft doch nicht für alle da? Über Erosion und Neukonstruktion der Zukunftsperspektiven der Mittelschicht“; Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik in Berlin, Oktober 2012.
  • Burzan (zus. mit Schöneck-Voss): Einführung zur Ad-hoc-Gruppe: „Best-Practice-Beispiele innovativer Methodenverknüpfung“; im Rahmen des DGS-Kongresses in Bochum, Oktober 2012.
  • Burzan/Kohrs: „Die 'verunsicherte' Mitte der Gesellschaft und ihre Handlungsstrategien. Aktuelle Forschungsbefunde“; Vortrag im soziologischen Fachkolloquium der Universität Bremen, Juni 2012.
  • Projektvorstellung durch ein Poster im Rahmen des DGS-Soziologiekongresses 2012 in Bochum

 

 
Kurzfassung der Ergebnisse
Die qualifizierte Mittelschicht ist sicherer als erwartet. So haben laut der quantitativen Teilstudie große Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation zwischen 2000 und 2011 zwar zugenommen, jedoch weder linear oder in einem enormen Ausmaß, noch im Schichtvergleich in überproportionaler Weise. Mittlere Schichten sorgen sich im Schichtvergleich in mittlerem Ausmaß bei schichtübergreifend ähnlichen Verläufen. Die Analyse von Handlungsweisen zeigte – mit methodischen Einschränkungen – wenig übergreifende Muster. Von einer homogen verunsicherten Mittelschicht ist jedenfalls nicht auszugehen. Dies bekräftigt auch die qualitative Teilstudie: Neben einem Typus, der sich unsicher fühlt und Unsicherheit entsprechend (selbst oder mit Hilfe des Partners) bekämpft, gibt es andere Typen, die sich beruflich nicht unsicher fühlen oder die berufliche Unsicherheit zumindest phasenweise gut aushalten können. Entsprechend zeigen sich unterschiedliche Handlungsmuster, die z.B. auf berufliche Profilbildung oder Karriere setzen oder darauf ausgerichtet sind, trotz Unzufriedenheit prioritär ‚Unsicherheit zu vermeiden‘. Dabei ist nicht von einem Habituswandel hin zu einer verbreiteten Normalität unwägbarer Bastelbiographien auszugehen; bei aller Heterogenität der Fälle sind z.B. oft nach wie vor Sicherheitserwartungen vorhanden. Selbst wenn dies nicht immer mit Gestaltungsoptimismus oder Zukunftsplanung verbunden ist, haben die qualifizierten Erwerbstätigen durchaus oft den Eindruck, dass sie über Ressourcen und Optionen verfügen, ihren Status in der Mitte der Gesellschaft zu erhalten. Ob diese Haltungen und Handlungsmuster durch das Berufsleben tragen, ist eine andere Frage. Von daher bedeuten die Ergebnisse keine vollständige Zurückweisung jeglicher Krisendiagnosen für qualifizierte Erwerbstätige oder die Mittelschicht schlechthin.

 

 

 



Nebeninhalt

Kontakt

Univ.-Prof., Dr. Nicole Burzan
Professorin für Soziologie (Schwerpunkt soziale Ungleichheiten)
Tel.: 0231 755-7135
Dr. Silke Kohrs
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: 0231 755-7132