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AIM-Tagung_2013

Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung -
Kultur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften

AIM GENDER

und Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Referat Geschichte

9. Tagung in Stuttgart-Hohenheim, 12. - 14. Dezember 2013

Sexualität, Liebe, Männlichkeiten

Prof. Dr. Martin Dinges, Stuttgart; Prof. Dr. Michael Meuser, Dortmund; PD Dr. Sylka Scholz, Dresden; Prof. Dr. Toni Tholen, Hildesheim für AIM GENDER

Ziel des Arbeitskreises AIM GENDER ist die fächerübergreifende gegenseitige Wahrnehmung und Kooperation von Forschern und Forscherinnen aus Geschichts-, Litera-tur-, Kultur- und Politikwissenschaften sowie der Soziologie, die zum Thema Männlichkeiten und deren Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart arbeiten. Vertreter anderer Fachrichtungen sind willkommen.

Tagungsthema: Sexualität, Liebe, Männlichkeiten

Männliche Sexualität ist ein massenmedialer Dauerbrenner. Aktuell sind etwa neue Formen eines sexistischen Machogehabes en vogue, wie die wachsende Bewegung der (männlichen) Pick-up-Artists zeigt. Über sie wird genauso breitenwirksam berichtet wie über die gesellschaftlich-politischen Fortschritte bei der Anerkennung der Homo-Ehe. Ebenfalls im Blickpunkt stehen die neuen Formen der Partnersuche und des Datings im Internet. Man könnte die Liste an Themen, bei denen das Verhältnis von Männlichkeit, Sexualität und Liebe im Mittelpunkt medialer Aufmerksamkeit steht, beliebig fortsetzen.

Im Gegensatz dazu erweist sich die wissenschaftliche Erforschung des Verhältnisses als eine besondere Herausforderung. Das hat vornehmlich zwei Gründe: Zum einen ist die Thematisierung von Sexualität in der Geschlechterforschung nicht unabhängig zu führen von den vielfältigen und komplexen Fragen geschlechtlicher Identität und ihrer sozialen Konstruktion innerhalb eines historisch generierten und sich im steten Wandel befindlichen Feldes diskursiver Praktiken. Zum anderen tun sich einige für die Männer- und Geschlechterforschung zentrale Einzeldisziplinen wie z.B. die Soziologie immer noch schwer, Sexualität als eigenständiges und bedeutsames Forschungsfeld auszubauen. Forschungen im Rahmen einer Soziologie des Körpers oder die interdisziplinär angelegten Studien von Eva Illouz (Warum Liebe weh tut, 2011) zu den neuen Formen von Liebe zwischen den Geschlechtern in Zeiten des Internet, ferner philosophische Arbeiten im Bereich der Leib-Körper-Anthropologie und -Phänomenologie zeigen jedoch, dass sich Körperlichkeit und das weite Feld emotionaler Beziehungen mehr und mehr auch in wissenschaftlichen Disziplinen einschreiben, die solche Themen nicht wie etwa die Psychologie, die Erziehungswissenschaft, aber auch die Geschichts- und Kulturwissenschaften schon seit langem erforschen.

Aus der Perspektive der Geschlechter- und Männlichkeitsforschung ergibt sich der dringende Bedarf, Sexualität, Liebe und Männlichkeiten in neuer Weise aufeinander zu beziehen, nicht nur aus Gründen der aktuellen medialen Aufmerksamkeitslenkung, sondern auch deshalb, weil männliche Sexualität bis heute oft unter dem Vorbehalt von Defizitzuschreibungen steht. Nicht nur in älteren feministischen Arbeiten, sondern auch in den sog. Critical men’s studies wird sie oft vornehmlich in den Zusammenhang von Gewaltausübung oder von purer Leistungs- und homosozialer Konkurrenzideologie gestellt. Auch wird behauptet, dass Männer ihre Sexualität von Liebe abtrennen oder dass sexuelle Potenz das wesentliche Ausweiskriterium von Männlichkeit sei.

Auch wenn solche Befunde immer wieder empirische Bestätigung finden, können neue For-schungsansätze und andere Fokussierungen des Tagungsthemas dazu beitragen, diese einseitige Sicht zu relativieren. In historischer Perspektive etwa wäre nach dem Wandel unterschiedlicher Vorstellungen und Praktiken im Bereich männlicher Sexualität und Liebe zu fragen. Eine weitere wichtige Perspektive ist die nach den Übergängen und Überlappungen von Sexualität und Liebe in Vergangenheit und Gegenwart. Zu fragen ist auch: Wie und wo verlaufen die Grenzen von Körperpraktiken, Gefühlen und intimen emotionalen Bindungen und in welchen (Lebens-)Phasen und unter welchen psychophysischen Bedingungen dominiert das Eine über das Andere? Ferner sind die Formen und die Reflexionen männlicher Sexualität und Liebe in Bezug auf soziale und identitätsbildende Praktiken in heterosexuellen und homosexuellen Beziehungsformen von Interesse. Schließlich verdienen sowohl die Verteilung der Positionen (aktiv/passiv, Täter/Opfer etc.) als auch die (medial vermittelten) Strategien, Inszenierungen und Intensitäten des Begehrens in den sexuellen und Liebespraktiken der Geschlechter besondere Aufmerksamkeit.

Programm

Donnerstag

18.00 h. Abendessen

19.00 h. Begrüßung (N.N., Prof. Dr. Martin Dinges, Stuttgart)

19.15 h. Einführung (Leitung: PD Dr. Sylka Scholz, Dresden):

Prof. Dr. Walter Erhart (Bielefeld): Die Liebe der Männer (Simmel, Luhmann, Bourdieu) – Fragen und Perspektiven (PDF)

 

Freitag

8.00 h. Frühstück

9.00 h. -10.45 h. Sektion 1: Paar-Sexualität (Leitung: Prof. Dr. Cornelia Behnke, München)
- Dr. Diana Baumgarten; Dr. Nina Wehner (Basel): „Sexualität gehört für mich einfach zum Menschsein“ – Wie Männer über Sexualität sprechen (PDF)
- Prof. Dr. Cornelia Koppetsch; Dr. Sarah Speck; Dipl. Soz. Alice Jockel (Darmstadt): Coole Männer, Karrierefrauen und Märchenprinzen: Sexualität in heterosexuellen Paarbeziehungen (PDF)
- Björn Hayer (Heidelberg): Am Ende aller Liebe? Sexualität, Liebe und Geschlecht in den digitalen Architekturen der Gegenwartsliteratur (PDF)

11.15 h. -12.25 h. Sektion 2: Vater-Eros (Leitung: Prof. Dr. Martin Dinges)
- Ines Iwen, M.A. (Berlin): Die Attraktivität von Vätern in medialen Darstellungen am Beispiel von Fernsehfilmen (PDF)
- PD Dr. Sylka Scholz (Dresden): Vaterliebe? Die Konstruktion der Vater-Kind-Beziehung in aktuellen Ratgebern für Väter (PDF)

12.30 h. Mittagessen

14.00 h. -15.45 h. Sektion 3: Verführungskünste (Leitung: Prof. Dr. Toni Tholen, Hildesheim)
- Dr. Klaus Birnstiel (Basel): Die „harte Arbeit, ein Mädel zu kriegen“: zur rhetorisch-literarischen Selbstinszenierung des pick-up-artist-Phänomens oder Angewandte Männlichkeit als Erzählung (PDF)
- Dr. Gerhard Katschnig (Klagenfurt): Don Juan oder Zwischen Männlichkeit und Endlichkeit (PDF)
- Gabriela Zgrzebnicka (München): Dionysos als Präfiguration moderner Männlichkeitsbilder (PDF)

16.15 h. -18.00 h. Sektion 4: Männer-Körper und Begehren (Leitung: Prof. Dr. Michael Meuser, Köln)
- Simon Graf, M.A. (Zürich): Fit für die Liebe – Fit in der Liebe. Begehrte und begehrende Männer-Körper (PDF)
- Dr. Ester Saletta (Bergamo): „Die Homoerotik als Kunstdarstellung der männlichen Körperlichkeit am Beispiel von Thomas Manns Der Tod in Venedig und Klaus Manns Der fromme Tanz.“ (PDF)
- Dr. Matthias Reiß (Exeter): Liebe, Sexualität und Männlichkeit in der Lagergesellschaft: Das Beispiel der deutschen Kriegsgefangenen in den Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg (PDF)

18.00 h. Abendessen

Samstag

8.00 h. Frühstück

9.00 h. -10.45 h. Sektion 5: „Abweichende“ Sexualitäten (Leitung: Prof. Dr. Toni Tholen)
- Anja Manneck (Hamburg): Frank Wedekind und die Sexualwissenschaft der frühen Moderne – Struktur und Funktion erotischer Normverstöße (PDF)
- Benedikt Wolf (Berlin): Penetration – Liebe – Männlichkeit. Zum Verhältnis von Gewalt und Liebe in literarischen Figurationen penetrierter Männlichkeit (Bronnen - Jahnn) (PDF)
- Jose Cáceres Mardones (Zürich): Bestialische Gefahren für die Männlichkeit? Männer und Bestialität im frühneuzeitlichen Zürich (PDF)

11.15 h. -12.25 h. Sektion 6: Sexualitäten und Männlichkeit aushandeln (Leitung: Prof. Dr. Michael Meuser)
- Arnhilt Johanna Hoefle , M.A.(London): Sexuality, Love and Power: Negotiating Masculinities in German and Chinese Literature (PDF)
- Dr. Andreas Heilmann (Berlin): Zur Normalisierung homosexueller Männlichkeit über Stereotypisierungen (PDF)

12.30 h. Mittagessen

13.30 h.-14.40h. Sektion 7: Potenz-Impotenz (Leitung: PD. Dr. Andreas Weigl, Wien)
- Dr. Hans-Christian Stillmark (Potsdam): Von den Schwierigkeiten ein Mann zu sein – Wolfgang Hilbigs Leben und Schreiben (PDF)
- Jonas Nesselhauf, M.A. (Saarbrücken): Geld. Macht. Potenz. – Inszenierung und Repräsentationen männlicher Bankrotteure in literarischen Bearbeitungen der Weltwirtschaftskrise (PDF)

14.40 h. - Themen und Perspektiven für weitere Tagungen

15.00h. Ende der Tagung

 

Anmeldung

direkt bei der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart – Referat Geschichte, Im Schellenkönig 61, D-70184 Stuttgart (Tel: +49 711 1640 752) anzumelden. Anmeldungen und Rückfragen bitte an Frau K. Hopfensitz, E-Mail-Adresse:

 

Tagungspreise (Donnerstagabend bis Samstag Mittagessen)

  • Mit Übernachtung im Einzelzimmer, Mahlzeiten, Tagungsgebühr       119,00 €
  • Übernachtung im Doppelzimmer, Mahlzeiten, Tagungsgebühr          109,00 €
  • Mit Übernachtung im Doppelzimmer ermäßigt für Studierende (bis 30. Lebensjahr, kein Einkommen), Mahlzeiten, ohne Tagungsbeitrag    76,00 €
  • Ohne Übernachtung, Mahlzeiten, Tagungsgebühr     59,00 €
  • Ohne Übernachtung, Mahlzeiten, ermäßigt für Studierende (bis 30. Lebensjahr, kein Einkommen),     44,00 €

 

Ein Tagungsbericht von Nicole Kirchhoff (Dortmund) und Sophie Maria Ruby (Dresden) kann hier heruntergeladen werden.

 

 



Nebeninhalt

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Kontakt

Prof. Dr. Martin Dinges
Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung
Straußweg 17, D-70184 Stuttgart
Tel: (+49) 0711-4608 4167 
Fax: (+49) 0711-4608 4181

 

Tagungsbericht

Tagungsbericht der 9. AIM Gender Tagung: Download